Mitgliederversammlung des DFO LV Bayern e.V. 2023
Um 13:15 Uhr begrüßte der Vorsitzende Michael Mickisch die 62 angereisten Teilnehmer/-innen, unter ihnen den Präsidenten des Bayerischen Jagdverbandes Ernst Weidenbusch mit seiner Gattin.
Nach der Feststellung einer ordnungsgemäßen Ladung und der Beschlussfähigkeit der Anwesenden wurde die Totenehrung für Ute Reich abgehalten.
Michael Mickisch berichtete in seinem anschließenden Bericht des Vorsitzenden von seinem Besuch bei Ministerpräsident Dr. Markus Söder, den er im Rahmen der Bürgerallianz getroffen hatte. Mit der Bürgerallianz wird es auch am 14. Juni 2023 einen Besuch im Maximilianeum des Bayerischen Landtages geben, bei dem den Verbänden die Möglichkeit einer Vorstellung vor politischen Entscheidungsträger/-innen gegeben wird.
Dann berichtete er von dem Vorfall eines Nicht-DFO Falkners, dessen Adler einen Hund geschlagen hatte. Er bat die Adlermänner und -frauen des DFO positiven Einfluss auf die Adlermänner und -frauen anderer Verbände auszuüben, damit solche Vorgänge im Vorfeld ausgeschlossen werden. Er sagte, dass es von Seiten des DFO vermehrt Seminare dazu geben wird.
Dann folgte der Bericht aus der Ordensratsitzung, vorgetragen von dem stellvertretenden Vorsitzenden Klaus Leix.
Vor der Ordensratsitzung in Fulda habe es wie üblich ein Verbändetreffen der deutschen Falknerverbände gegeben. Man war sich über eine einheitliche Sprache gegenüber der Politik einig und wolle auch in der Zukunft konstruktiv zusammenarbeiten.
Der DFO war auch auf der Grünen Woche und hatte dort im Umfeld des BMEL die Möglichkeit sich vorzustellen und mit politischen Entscheidungsträger/-innen auszutauschen. Bei der Ordensratsitzung habe man die Ausrichter/-innen der letzten Ordenstagung sehr gelobt und sich über gute Reviere und Tagungsmöglichkeiten gefreut. Jedoch kam Kritik von Seiten des Veranstalters Schleswig-Holstein auf, weil es kurzfriste Absagen gab, die bis zu 10 Prozent der gemeldeten Vögel ausmachten. In Zukunft soll es eine Warteliste geben, die kurzfristig abgerufen werden kann. Bevorzugt aus den Reihen des Landesverbandes, der die Tagung ausrichtet und normalerweise keine Vögel für die Tagung stellt.
Es gab auch von Seiten des Ordensrats einen Aufruf zahlreich an den Festivitäten rund um die 100-Jahr-Feier in Berlin teilzunehmen. Anmeldungen für die abendlichen Feierlichkeiten sind über die Website möglich.
Das Falknerarchiv des DFO wird weiter vorangetrieben. Momentan wird der Standort des Landesarchivs Schleswig-Holstein ins Auge gefasst. Es hätte den Vorteil, dass dort der ansässige Archivar genutzt werden könnte, was für die vielen zum Teil ungesichteten Dokumente von unschätzbarem Wert wäre.
Dann hat es wieder viel Unmut über eine Positivliste bei der Wildtierhaltung gegeben. Unser Justiziar Robert Vollborn ist uns da eine große Hilfe.
Die neu gegründete Jugendgruppe hat mittlerweile 17 Mitglieder. Sie sind alle sehr engagiert und man wird den ein oder anderen sicherlich noch öfter an andere Stelle im DFO erleben.
Auch die Bundesvorsitzende Elisabeth Leix richtete sich an die anwesenden Mitglieder. Das Haltegutachten sei seit 2016 in Bearbeitung. Corona sei kurz vor der Vollendung dazwischengekommen und jetzt sei noch mal am 2. Mai 2023 ein Gespräch mit der Staatssekretärin Silvia Bender vom BMEL vereinbart. Dann habe es eine sehr kurzfristige Stellungnahme seitens des DFO zu den Änderungen im Naturschutzgesetz anlässlich der WKA-Beschleunigung gegeben. Glücklicherweise kann der DFO auf ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen zurückgreifen. Die geplanten Änderungen zur Stellungnahme erreichten uns an einem Freitagabend gegen 20 Uhr. Eine Stellungnahme war für den nächsten Arbeitstag, also Montag, bis Ende der Geschäftszeiten gewünscht. Für Angestellte eine nicht zu lösende Arbeit und für die Mitglieder, welche die Stellungnahme ausarbeiteten, eine Wochenende füllende Aufgabe.
Danach leitete Michael Mickisch durch die Versammlung und richtete sich erstmal mit einem Aufruf an die Mitglieder. Wer möchte die kommende Herbstbeize ausrichten? Gerne können sich interessierte Mitglieder bei ihm melden.
Dann erteilte er dem DFO Mitglied Ernst Weidenbusch das Wort, nachdem dieser darum gebeten hatte. Dieser zeigte sich erstaunt, dass der Deutsche Falkenorden, dessen Mitglied er sei, sich zusammen mit 21 Kreisgruppen für eine außerordentliche Mitgliederversammlung des BJV mit Neuwahlen ausgesprochen habe.
Zwei Mitglieder aus dem Publikum ergriffen daraufhin das Wort und baten doch an den offiziellen Tagungspunkten festzuhalten, was allgemeine Zustimmung fand.
Danach informierte Michael Mickisch weiter: Beim nächsten Sommergrillen am 22. Juli in Regenstauf wird noch mehr aufgerüstet. Es soll einen Kühlwagen geben, einen Hendlwagen mit Haxen und Spareribs. Natürlich hält der DFO wieder seine Teilnehmer/-innen frei. Die Einladung mit den Anmeldeformalitäten wird rechtzeitig via Email den Mitgliedern zugestellt.
Dann folgte eine sehr spannende Fortbildung durch Severin Wejbora mit dem Thema: Wildbrethygiene bei der Beizjagd.
Nach dem Bericht der Schatzmeisterin empfahlen die beiden Kassenprüferinnen Sylvia Kraus und Rebecca Eichenseher die Entlastung des Vorstandes. Nach der Entlastung folgte der Bericht der Falknermeister.
Willi Ziegler berichtete zusammen mit Wolfgang Schreyer Öffentlichskeitarbeit für Kindergärten und Schulen durchgeführt zu haben. Dann hatte er auch noch zwei Jungfalknerinnen unterstützt. Außerdem war er das vergangene Frühjahr mit Filmaufnahmen für den BR "Unter unserem Himmel" über die Falknerei beschäftigt.
Martin Lodermeier berichtete beim Grillfest und auch bei der Messe Grünau ausgeholfen zu haben. Weiter hatte er einen zweiseitigen Bericht für das Mitteilungsmagazin der BJV KG Regensburg geschrieben über die Krähenbeize.
Meik Kraus berichtete von seinen ornithologischen Führungen, die er neuerdings im Raum Weilheim zusammen mit Laura Leix anbietet. Außerdem erzählte er von seinem Monitoring an 40 verschiedenen Horststandorten. Sein Resüme war bestürzend, den Vogeljägern geht es schlechter denn je.
Jürgen Kreitmeier berichtete von seiner Vorstellung von Greifvögeln für die Kreisgruppe Ansbach, einer Ferienaktion mit der Jägerschaft Schrobenhausen, einem Ferienprogramm mit der Kreisgruppe Freising u. v. m.
Theo Eicher berichtete beim Wallsteinfest als Falkner für die Fragen der Besucher/-innen tätig gewesen zu sein. Außerdem hatte er für die ODF-Tagung seine Reviere zur Verfügung gestellt und hatte bei der Beizjagd auf Krähen viele interessierte Personen dabei, um ihnen die Beizjagd und Falknerei näher zu bringen.
Danach teilte Michael Mickisch mit, dass die Falknerkurse wie Pilze aus dem Boden schössen. Allein 100 Prüflinge habe es bei der letzten Bayerischen Prüfung in nur einer Woche gegeben. Doch Entspannung ist in Sicht, da Baden-Württemberg demnächst eine eigene Prüfung anbietet.
Unter den Anwesenden wurde geehrt:
Für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit Willi Ziegler
Für 25 Jahre Dr. Rainer Hussong und Martin Pentenrieder.
Dann kam es im Rahmen der Mitgliederversammlung der Bayerischen Falkner/-innen zu einer Verabschiedung Kurt Hussongs aus dem Ordensrat. Über 20 Jahre hatte er dort als Obmann für die Zucht gewirkt. Die Laudation übernahm die Bundesvorsitzende Elisabeth Leix. Sie würdigte sein Schaffen für den DFO. Von 1968 - 1988 war er Vorsitzender des Landesverbandes Bayern. 2001 gründete er zusammen mit seinem Sohn Dr. Rainer Hussong eine Auffangstation, bekam 2004 den Umweltpreis der Stadt Fürth, 2005 den Ehrenpreis der Stadt Fürth, 2015 den Grünen Engel verliehen aus dem BMEL und last but not least 2020 den Tierschutzpreis. 1968 stellte er den ersten Harris Hawk bei einer Beizjagd vor und begründete in der Folge eine sehr erfolgreiche Harris Zucht.
Wir sind ihm für seine Verdienste für Bayern sehr dankbar.
Danach begannen die Wahlen zum Stellvertretenden Vorsitzenden und zur Schriftführerin. Als Wahlleiter wurde Heinz Mader bestimmt. Er führte gewohnt souverän durch die Wahl und führte diese per Akklamation für beide Kandidaten durch die 56 anwesenden wahlberechtigten Mitglieder durch. Klaus Leix und Katharina Weinberger stellten sich erneut ohne Gegenkandidaten zur Wahl und wurden einstimmig in ihrem Amt bestätigt.
Nach dem formellen Akt kam es zu dem Punkt Wünsche und Anträge.
Wolfgang Schreyer startete einen sehr emotionalen Aufruf doch bitte wieder mehr brauchbare Hunde zu führen. Dies entspricht auch bei der Beizjagd dem Tierschutzgedanken.
Katharina Weinberger rief als Obfrau für den Greifvogelschutz auf, bekannte Horststandorte bei ihr zu melden. Der Hintergrund sei, dass die Landesministerien für Umwelt gerade in Bezug auf das WKEG Einschätzungen für den Standort von WKA ausarbeiten sollen. Dazu sei es wichtig die Horst Standorte der sensiblen Arten wie Rotmilan, Uhu, Baumfalke und Schwarzstorch zu benennen, um diese Standorte zu schützen. Die Datenlage sei auf Nachfrage bei den Ämtern nicht ausreichend, um eine seriöse Einschätzung über den Vorrangplatz von WKA zu treffen.
Auch Robert Höfling meldete sich zu Wort. Er prangerte an, dass in vielen Lektüren der Beißkorb für Frettchen erlaubt sei. In der Praxis sei dies jedoch nicht umsetzbar und unverantwortlich. Zum einen können sich die Frettchen im Bau mit dem Beißkorb verhängen zum anderen scheuchen sie die Kaninchen nicht wirkungsvoll genug aus dem Bau. Schlimmstenfalls wird ein solches Frettchen vom Kaninchen zugegraben.
Michael Mickisch beendete um 16:45 die Mitgliederversammlung.
Katharina Weinberger
Schriftführerin
